In diesem Blog entdeckt ihr Möglichkeiten, mit Naturismus Tanz und Märchen zu verbinden.
Dazu gibt es hier persönliche Erlebnisse, Erfahrungen und Gedanken. Es ist auch eine Einladung gemeinsam weiter zu suchen, zu entdecken und zu staunen.
Da stehen wir inmitten einer herrlichen Natur. Der See, die Wolken, das Schilf, die Enten am Ufer, die Bäume und der Blick zur anderen Seite. Da wirken wir mit unseren nackten Körpern richtig klein und ehrfürchtig, wie wir da stehen, an diesem wunderbaren Ort des Naturismus.
Ich denke dabei an das Märchen vom Fundevogel. Er und das Lenchen wurden von der Köchin und ihren Gehilfen verfolgt, weil die den Fundevogel kochen wollte. Lenchen wollte ihn retten. Die Köchin versuchte nun zum dritten Mal, ihre Flucht aufzuhalten. Bisher hate Lenchen die Gehilfen täuschen können, weil sie sich und den Fundevogel verwandelte. Wieder sprach Lenchen: „Fundevogel, verläßt du mich nicht, so verlaß ich dich auch nicht.“ Da sprach der Fundevogel: „Nun und nimmermehr.“ Sprach Lenchen: „Werde zum Teich und ich die Ente drauf.“ Die Köchin aber kam herzu, und als sie den Teich sah, legte sie sich drüberhin und wollte ihn aussaufen. Aber die Ente kam schnell geschwommen, faßte sie mit ihrem Schnabel beim Kopf und zog sie ins Wasser hinein: da mußte die alte Hexe ertrinken. Diese letzte von drei Verwandlungen wird auch als Auseinandersetzung mit dem drohenden Tod gesehen. Verwandlungen gehören zum Leben. Es wird auch als Bild für das Leben im Alter gesehen, mit der Gelassenheit eines Sees und einer Ente, die darauf schwimmt und sich auch in die Lüfte erheben könnte. Nach dem Tod der bedrohlichen Köchin, gehen beide nachhause. Es ist ein Moment der Ruhe. In dem Moment, in dem dieses Foto entstand war dort auch alles ruhig uns still. Auch beim Tanz lieben wir solche Momente der Ruhe und des Nachspürens.
Auf diesem Foto sind wir nackt zu sehen. Das soll nun nicht wesentlich die Attraktivität der Seite steigern. Wir möchten, dass Menschen, die sich für Naturismus, Märchen oder Tanz interessieren und vielleicht deshalb auf diese Seite kommen, ihr Thema, aber auch die anderen Themen finden, die bei uns miteinander verbunden sind.
Wir würden uns freuen, wenn hier einige Märcheninteressierte auch Tanz oder die Freikörperkultur für sich entdecken würden. Wäre es nicht schön, wenn mehr Tanzbegeisterte auch mal Märchen hören oder erzählen und auch einmal nackt und mit offenen Sinnen in einen Wald hinein schlendern würden? Wäre es nicht eine Freude, wenn passionierten Nacktwanderern unterwegs ein Märchen in den Sinn käme und plötzlich begännen zu tanzen? Wäre es nicht sensationell, wenn viele der Menschen, die wir vom Tanzen und vom Märchenerzählen kennen, uns hier am Sonnensee besuchen würden, um hier den Naturismus zu erleben, in dem es auch Märchen und Tanz gibt? Es dürften auch gern Märchebegeisterte, Tänzerinnen und Tänzer sein, die wir nicht kennen. Man wird ja mal träumen dürfen.
Die Akzeptanz von Nacktheit, gerade von älteren Menschen, ist sicher eine Herausforderung, vielleicht sogar eine Provokation. egenseitige Akzeptanz und Respekt sind im Naturismus zentrale Bedingungen. Ja, unsere Körper sind alt und man mag sie gerade als nicht geeignet empfinden, die Anziehungskraft dieser Seite zu erhöhen. Wir erwarten aber, auch nackt respektiert zu werden und vielleicht senkt es für manche von euch die Hemmschwelle, uns auf einem FKK-Gelände zu treffen.
Wir hoffen, dass wir alle mehr und mehr lernen, uns gegenseitig zu akzeptieren und zu respektieren. Da bei geht es nicht nur darum wie wir mit oder ohne Kleider ausehen, sondern auch um unsere Ansichten zu vielen Themen, für die Art, wie wir Märchen hören, verstehen und erzählen, wie wir uns beim Tanz bewegen.
Was auch immer wir über unsere drei Themen schreiben, es geht uns nicht darum, etwas allgemeingültiges darüber zu sagen. Es geht um unsere Vorstellungen von Märchen, vom Erzählen, vom Tanz und vom Naturismus. Wir finden, wir haben gute Gründe für unsere Art Dinge zu sehen, wissen aber, dass es auch für andere Sichweisen gute Gründe gibt. Alles was lebt, ist vielfältig und so komplex, dass wir wissen, dass wir nicht alles wissen können, auch wenn wir immer die Wahrheit suchen. Deshalb mißtrauen wir allen, die behaupten, solche Wahrheiten zu besitzen.
Das Foto machte der Fiddeler of Light, Gregor Wildförster, bei den Frauennackttagen am Rätzsee im Mai 2025. Er ist ein Fotokünstler aus Gelsenkirchen, die Stadt, in der wir auch wohnen.

