3 Themen vereint

Märchen, Tanz und Naturismus

Drei Wege ins Unerwartete

Was sie für uns bedeuten und wo wir sie miteinander vereint sehen.

Die Bilder auf dieser Seite hat Norbert Sander am Rätzsee, einem wunderbaren Ort des Naturismus, aufgenommen, 2021, als wir zur Vorstellung des neuen Nackedeibuches dort waren. Es waren herrliche Tage, mit Gesprächen, Fotowanderungen, einer Neptuntaufe und einem schönen Abend am Feuer mit Tanz und vielen Begegnungen.

Freies Märchenerzählen

Wie erzählte Geschichten in Bücher gerieten und wie wir sie wieder daraus befreien.

Freier Tanz

Wie Bewegungen Gefühle entstehen lassen, die uns dann wieder bewegen.

Gerade hatten wir noch als Gruppe zur Trommel einer Schamanin getanzt, da meinte Norbert, ich solle doch mal über diese schöne Blumenwiese tanzen. Ich bin gar nicht so ein Solotänzer. Aber hier gab es diese Wiese, die Blumen, den Wald und den abendlichen Himmel. Ich begann und tanzte bald mit ihnen allen. Meine Hände gingen ins Weite, um es zu fassen, zu spüren. Ich tanze nicht für ein Foto, ich tanze das, was ich spüre, sehe und höre. Nackt spüren wir so richtig, was da draußen ist. Nacktheit nimmt der Haut, die spürt, die Binde von den Augen oder die Stöpsel aus den Ohren.

In vielen Märchen machen sich Menschen aus ganz unterschiedlichen Gründen auf den Weg in die weite Welt und bekommen dort zu spüren, was ihnen unbekannt ist, Unerwartetes. Sie efahren ewas Neues vom Leben.

Immer wieder, wenn ich ein Märchen höre, erzähle oder tanze, erlebe ich auch etwas Neues, auch wenn ich die Geschichte schon so oft gelesen oder gehört habe und auch wenn ich in einem Raum oder auf einer Wiese tanze, die mich schon lange kennen.

Freie Körperkultur

Menschen erkannten einst, dass sie nackt sind und heute erst, dass es gut so ist.

Nackt in einem Wald, in dem der Boden so moosig weich ist, dass es schwer wird, die Balance zu halten, besonders, wenn man dann noch tänzerisch locker dahinschweben will, mit unseren alten Körpern. Und das nur, um davon ein Bild machen zu lassen.

Die Realität ist oft anders, als das, was wir uns vorstellen. Zur freien Körperkultur, zum Naturismus, gehört die Akzeptanz der Wirklichkeit in der Welt, der Natur zu der auch wir gehören. Alles, was lebt hat ein Recht auf Respekt. Das gilt auch, wenn ich Menschen einlade, nackt zu tanzen. Es beginnt immer damit, unsere Körper zu erspüren. Wir alle sollten unseren Körper besser kennenlernen. Da gibt es viel zu entdecken, nicht immer nur Angenehmes. Auch beim Waldbaden in solcher Waldeinsamkeit kann uns etwas unangenehmes zustoßen.

In Märchen geraten Menschen gerade in solcher Waldeinsamkeit in unerwartete Situationen. Märchen finden wir auch oft verstörend oder provozierend.

Wir sollten die alten Geschichten nicht leichtfertig ändern sondern lieber erst einmal schauen, was so ein alter Text in uns bewegen kann. Vielleicht finden wir das Handeln der Personen in der Geschichte dumm, unmoralisch, klischeehaft, agressiv oder zu nachgiebig. Aber so sind nun mal manche Märchen. Wir können aber versuchen, es in unserem Leben besser zu machen.

So sollten wir auch mit unserer Geschichte umgehen und nicht vor manchem, was wir darin finden, die Augen verschließen. Auch in der Geschichte des Naturismus, Tanzes und des Märchenerzählens gibt es viele Kapitel, die zu gern ignoriert werden.