Wir zwei beschäftigen uns sehr ernsthaft mit Freikörperkultur, Märchen, Erzählen, Bewegung, Tanz und Natur.
Wir möchten etwas davon weitergeben und anregen, den Faden aufzunehmen und weiterzuspinnen.

Wir kennen uns nun schon seit über 30 Jahren. Wir waren Krankenschwester und Krankenpfleger, als wir uns trafen. Nun sind wir in Rente. Nach all dem, was uns in unsern Leben begegnet ist, beschäftigt uns heute die Freikörperkultur, das Erzählen, Hören und Lesen von Märchen und der Tanz, als Paartanz, improvisiert, als Bewegungschor oder auch als Kreistanz. Dazu haben wir immer Neues gelernt und uns bemüht, davon etwas in FKK-Vereinen oder bei FKK-Veranstaltungen weiterzugeben. Inzwischen mußten wir auch lernen, uns mit unseren älter werdenden Körpern auseinander zu setzen. So können wir, durch eine Verletzung von Karin, kaum noch als Paar tanzen. Ich schaffe es auch nicht mehr so leicht, zu Boden zu gehen und wieder aufzuspringen.
Wir sorgen uns auch bei allen 3 Themen um die weitere Entwicklung. Dabei sehen wir eine Chance, dass die drei Themen sich gegenseitig beleben könnten. Gerade der Naturismus könnte davon profitieren. Gerade der nackte Tanz und die nackte Gymnastik waren ebenso Teil der Lebensreform um 1900, wie die freie Körperkultur.
Isadora Duncan schrieb 1903:
„Deshalb tanze ich nackt auf der Erde und falle natürlich in griechische Positionen, denn griechische Positionen sind nur Erdpositionen. Das edelste in der Kunst ist das Nackte.“
Sie war von griechischen Bildern von nackt Tanzenden begeistert. Der Verweis auf diese Bilder diente in der Nacktkultur häufig als Rechtfertigung der Nacktheit. Isadora Duncan wollte aber nicht zurück zur altgriechischen Kultur. Sie wollte etwas Neues schaffen, für ihre Zeit. Ihre Erfolge weckten damals das Interesse an dieser neuen Idee von Tanz. Viele folgten ihrem Beispiel. Lehrerinnen wie Barbara Mettler und Anna Halprin bemühten sich, ihre eigenen Ideen vom Tanz unter allen Menschen zu verbreiten. Alle sollten mittanzen. Warum sollte das nicht auch in der Freikörperkultur möglich sein.
Grundlagen unserer Märchen stammen aus einer Vergangenheit von der wir kaum etwas wissen können. Es fehlen über viele Jahrtausende unserer Geschichte jegliche schriftliche Zeugnisse. Über sehr lange Zeit wurden solche Geschichten nur mündlich weitergegeben. Erst in der jüngeren Geschichte wurden manche von ihnen aufgeschrieben. Mit den Märchen der Brüder Grimm begann weltweit eine Suche nach erzählten Märchen, die heute noch nicht abgeschlossen ist. Wir gehören zu denen, die Märchen weiterhin erzählen und so Märchen wieder leben lassen. Menschen können in sie eintauchen und sich ihre eigenen Bilder machen. Dieses sehr persönliche Wahrnehmen ist kreativ und hat viel mit eigenen Geschichten aus manchem Leben zu tun. In Märchen können wir Seiten an uns entdecken, die uns bis dahin nicht zugänglich waren. Auch das lässt sich beim Tanz und auch bei der Wahrnehmung der eigenen Nacktheit erleben.
Viele Menschen finden es besser, das Alte zu verbergen, die alten Geschichten, die alte Haut wie auch die eingeschränkte Beweglichkeit. Wir haben damit auch einige Probleme, aber wir wollen lernen, es anders zu machen und wir möchten etwas, von dem, was wir über lange Jahre angesammelt haben, weitergeben, an alle, die vielleicht ewas damit neu beginnen mögen.
Meine Märchen, mein Naturismus
Erfahre, wie persönliche Erfahrungen mit Naturismus durch Tanz und Märchen bereichert werden und neue Perspektiven eröffnen.


Freie Körper, Freier Tanz, Freie Kultur
Das war der Titel meiner Abschlussarbeit für meine Ausbildung zum Tanzpädagogen an der Akademie für Tanzpädagogik von Gabriele Jüttner in Bochum-Gerthe in einem Gebäude der Zeche Lothringen. Ich hatte dort, im Zentrum für Tanz und Bewegung, seit 2016 intensiv gelernt, anfangs, weil ich erfahren hatte, dass dort vieles von dem gelehrt wurde, das Adolf Koch damals in Berlin auch begegnet sein dürfte, als er seine Art von Gymnastik gestaltete. Er wollte, dass sich in seinen Instituten Frauen, Männer und Kinder gemeinsam nackt bewegten und hatte dazu von Gymnastiklehrerinnen das gelernt, was damals um Tanz und Bewegung an Wissen, Erfahrung und viel Kreativität gerade entstand. Könnte nicht eine Rückbesinnung auf ihn dazu führen, das in Naturistenvereinen wieder mehr Menschen nackt sind, wenn sie sich bewegen?
Mein Thema der Ausbildung war die Verbindung von Freiköperkultur und Tanz. Meine Abschlußpräsentation war damals eine getanzte Version von des Kaisers neuen Kleidern, in der man am Ende nicht wußte, ob er nun etwas anhatte oder nicht. Meine Frau machte damals eine Ausbildung zur Märchenerzählerin. Die Idee vom freien Erzählen faszinierte mich. Konnte man das nicht mit tänzerischer Bewegung und Improvisation, verbinden? Bald wurde ich dann selbst zum Märchenerzähler und lernte, dass Erzählen und Tanztheater nach Märchen etwas sehr unterschiedliches sind. Für beides muss man sich aber intensiv mit den Märchen auseinandersetzen. Solche intensive Auseinandersetzung gibt es im Tanz mit dem Körper und der Bewegung. Für Naturistinnen und Naturisten kann solch eine Bewegung, verbunden mit der aufmerksamen Wahrnehmung der Nacktheit, eine besondere Erfahrung sein.
